Marburg in Hessen
Copyright © 2016 Wolfgang Krebs. Alle Rechte vorbehalten.
Studentenstreiche
Das Loch in der Wendeltreppe. Bekanntermaßen     sind     die     Marburger Studenten   für   ihre   oft   deftigen   Späße weithin   bekannt.   Vor   etwa   180   Jahren geschah    es,    dass    eines    Nachts    einige Studenten    an    der    Wendeltreppe    zum alten     Lutherischen     Kirchplatz     einen Deckenstein   aus   der   Treppe   entfernten und    diesen    dann    durch    einen    großen Sack    ersetzten.    Danach    ärgerten    sie solange   einen   Marburger   Nachtwächter bis   dieser   zu   einer   wilden   Verfolgungsjagd   ansetzte   und   bei   dieser   Jagd   kopfüber   in den   Sack   plumpste.   Danach   banden   die   Studenten   den   Sack   zu   und   transportierten den   verschlossenen   Sack   samt   dem   darin   befindlichen   Marburger   Nachtwächter   zur Marburger   Nachtwächterwache   am   Marktplatz   wo   er   später   von   seinen   Kollegen   aus der    unbequemen    Lage    befreit    werden    musste.    So    weit    bekannt    wurden    die Schuldigen aber niemals ermittelt und zur Rechenschaft gezogen. Der Kastenwagen Etwa   zur   selben   Zeit   wie   der   vorherige   Streich,   spielte   sich   folgende   Geschichte   ab: Bauarbeiter   hatten   in   der   Wettergasse   über   Nacht   einen   großen   Kastenwagen   vor dem   Haus   Nr.   40   abgestellt.   Am   anderen   Morgen   war   der   Wagen   verschwunden. Nach   einigen   suchen   fand   sich   der   Wagen   im   vierten   Stock   des   Hauses   wieder.   Einige (sechs)   Studenten   hatten   den   Wagen   fein   säuberlich   und   fachgerecht   auseinander genommen,   die   Treppe   im   Haus   Nr.   40   hinauf   getragen   und   dort   die   verschiedenen Einzelteile    wieder    ordnungsgemäß    zusammengebaut.    Über    eine    Bestrafung    der Täter ist auch hier nichts Genaues bekannt. Der Küster von St. Elisabeth. Der   Küster   von   St.   Elisabeth   wohnte   nicht   in   der   unmittelbaren   Nähe   der   Kirche. Daher   passierte   es   öfters,   dass   Fremde,   die   die   Kirche   betreten   wollten,   einen   im Haus    gegenüber    lebenden    Bürger    heraus    klingelten.    Um    nicht    mehr    gestört    zu werden   ließ   der   Nachbar   ein   Schild   an   seiner   Türe   anbringen:   "Hier   wohnt   der Küster   von   St.   Elisabeth   nicht!" Aber   bereits   wenige   Tage   später   las   man   diesen   Satz an   allen   Häusern   von   der   Elisabethkirche   bis   zur   Wasserscheide   in   der   Marburger Oberstadt.   Studenten   hatten   heimlich   den   Text   nachgedruckt   und   in   der   Nacht   an allen Haustüren angeklebt. 24 Schnitte Ein    anderes    Mal    wurde    ein    Marburger    Student    wegen Randalierens   von   einem   Schutzmann   angehalten. Als   das   ein Bundesbruder   sah,   eilte   er   schnell   herzu   und   flüsterte   dem Schutzmann    ins    Ohr:    "Vorsicht,    Vorsicht!    Der    Mann    ist schwer   verletzt,   er   hat   24   Schnitte   im   Bauch!"   Was   heute viele   nicht   mehr   wissen:   "Unter   einem   Schnitt   verstand   man damals ein kleines Bier!"
Wendeltreppe vom Lutherischen Kirchhof zm Rübenstein. Aufnahme von 2014.
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Studentenstreiche
Das Loch in der Wendeltreppe. Bekanntermaßen      sind      die Marburger   Studenten   für   ihre oft    deftigen    Späße    weithin bekannt.      Vor      etwa      180 Jahren     geschah     es,     dass eines          Nachts          einige Studenten   an   der   Wendeltreppe   zum   alten   Lutherischen Kirchplatz   einen   Deckenstein   aus   der   Treppe   entfernten und    diesen    dann    durch    einen    großen    Sack    ersetzten. Danach   ärgerten   sie   solange   einen   Marburger   Nachtwächter bis   dieser   zu   einer   wilden   Verfolgungsjagd   ansetzte   und   bei dieser   Jagd   kopfüber   in   den   Sack   plumpste.   Danach   banden die    Studenten    den    Sack    zu    und    transportierten    den verschlossenen      Sack      samt      dem      darin      befindlichen Marburger             Nachtwächter             zur             Marburger Nachtwächterwache   am   Marktplatz   wo   er   später   von   seinen Kollegen   aus   der   unbequemen   Lage   befreit   werden   musste. So    weit    bekannt    wurden    die    Schuldigen    aber    niemals ermittelt und zur Rechenschaft gezogen. Der Kastenwagen Etwa   zur   selben   Zeit   wie   der   vorherige   Streich,   spielte   sich folgende     Geschichte     ab:     Bauarbeiter     hatten     in     der Wettergasse    über    Nacht    einen    großen    Kastenwagen    vor dem   Haus   Nr.   40   abgestellt.   Am   anderen   Morgen   war   der Wagen   verschwunden.   Nach   einigen   suchen   fand   sich   der Wagen   im   vierten   Stock   des   Hauses   wieder.   Einige   (sechs) Studenten     hatten     den     Wagen     fein     säuberlich     und fachgerecht   auseinander   genommen,   die   Treppe   im   Haus Nr.     40     hinauf     getragen     und     dort     die     verschiedenen Einzelteile   wieder   ordnungsgemäß   zusammengebaut.   Über eine   Bestrafung   der   Täter   ist   auch   hier   nichts   Genaues bekannt. Der Küster von St. Elisabeth. Der     Küster     von     St.     Elisabeth     wohnte     nicht     in     der unmittelbaren   Nähe   der   Kirche.   Daher   passierte   es   öfters, dass   Fremde,   die   die   Kirche   betreten   wollten,   einen   im Haus    gegenüber    lebenden    Bürger    heraus    klingelten.    Um nicht   mehr   gestört   zu   werden   ließ   der   Nachbar   ein   Schild an   seiner   Türe   anbringen:   "Hier   wohnt   der   Küster   von   St. Elisabeth   nicht!"   Aber   bereits   wenige   Tage   später   las   man diesen   Satz   an   allen   Häusern   von   der   Elisabethkirche   bis zur   Wasserscheide   in   der   Marburger   Oberstadt.   Studenten hatten   heimlich   den Text   nachgedruckt   und   in   der   Nacht   an allen Haustüren angeklebt. 24 Schnitte Ein    anderes    Mal    wurde    ein    Marburger    Student    wegen Randalierens   von   einem   Schutzmann   angehalten.   Als   das ein   Bundesbruder   sah,   eilte   er   schnell   herzu   und   flüsterte dem   Schutzmann   ins   Ohr:   "Vorsicht,   Vorsicht!   Der   Mann   ist schwer   verletzt,   er   hat   24   Schnitte   im   Bauch!"   Was   heute viele   nicht   mehr   wissen:   "Unter   einem   Schnitt   verstand man damals ein kleines Bier!"
Wendeltreppe vom Lutherischen Kirchhof zm Rübenstein. Aufnahme von 2014.