Historisches zu Marburg - Marburg

Marburger Landgrafenschloss
Pilgrimstein, Marburg
Marburg
in
Hessen
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Historisches zu Marburg

Historisches
Welchem Herrschergeschlecht wir die Gründung von Burg und Stadt Marburg genau zu verdanken haben, ist uns Marburgern trotz umfangreicher wissenschaftlicher Forschungen bisher immer noch nicht bis in die letzten Einzelheiten bekannt. Bei Ausgrabungen unter dem Westflügel des Marburger Schlosses fand man jedoch in den Jahren 1989/90 die Reste einer alten Ringmauer und eines frühen Wohnturmes. Diese aus dem 9. oder 10. Jahrhundert stammenden Bauten waren wahrscheinlich die Keimzelle für den späteren Ausbau der Marburger Burg.

Der eigentliche Aufstieg Marburgs begann jedoch erst mit den Landgrafen von Thüringen. Etwa um 1122 erbten die Ludowinger, wie die Landgrafen von Thüringen auch genannt wurden, die Besitztümer der Grafen von Giso, die ihrerseits kurz vorher die Grafen von Werner beerbt hatten. Kurze Zeit später begannen die Thüringer Landgrafen mit dem Ausbau der Burg und Marktsiedlung.

Die ersten urkundlichen Erwähnungen Marburgs ("Marcburg") sind auf das Jahr 1130 zu datieren, die der gleichnamigen Marktsiedlung und Münzstätte etwa auf das Jahr 1140. Die Stadtrechte erhielt Marburg im Jahr 1222 zugesprochen.

1228 gründete Elisabeth, die Witwe eines Landgrafen von Thüringen, das Franziskus-Hospital, das nach ihrem Tod (1231) vom Deutschen Ritterorden übernommen wurde. Im Jahr 1235, nach der Heiligsprechung Elisabeths, begann der Deutsche Orden mit dem Bau der frühgotischen Elisabethkirche. Dreizehn Jahre danach gründete Elisabeths Tochter, Sophie von Brabant, in Marburg das Land Hessen. In den nachfolgenden Jahren wurde das Marburger Schloss zur Residenz und Festung ausgebaut.

In 1319 wurde fast die gesamte Stadt bei einem großen Brand vernichtet und in den Jahren 1348 bis 1349 wütete die Pest in Marburg und forderte zahlreiche Todesopfer.

1526 führte Landgraf Philipp der Großmütige in Hessen die Reformation ein. Nur ein Jahr später (1527) gründete er in Marburg die erste protestantische Universität der Welt. Bekannt wurde auch das Marburger Religionsgespräch zwischen Luther und Zwingli, das im Jahre 1529 auf dem Marburger Schloss stattfand.

Während des dreißigjährigen Krieges wurde Marburg (1647) von den kaiserlichen Truppen belagert und geplündert. Im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) spielte Marburg, deren Befestigungsanlagen zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr zeitgemäß waren, keine besondere Rolle. Von 1807-1813 wurde die Stadt zu einem Teil des westfälischen Königreiches. 1866 erfolgt die Annexion Kurhessens durch Preußen.

1901 erhielt Emil von Behring den Nobelpreis für Medizin und gründete 1904 die bekannten Behringwerke Marburg. 1929 wird Marburg kreisfreie Stadt. Im gleichen Jahr wird der Vorort Ockershausen eingemeindet. Während des zweiten Weltkrieges wird die Stadt mehrfach bombardiert, übersteht den Krieg aber ohne größere Schäden.

In 1972 feierten die Marburger den 12. Hessentag und das 750 jährige Bestehen ihres Ortes. 1974 verlor Marburg seinen Status als kreisfreie Stadt, wurde aber gleichzeitig zum Mittelpunkt des neu gegründeten Landkreises Marburg - Biedenkopf. Im gleichen Jahr vergrößerte sich Marburg, durch die Eingliederung von 18 Umlandgemeinden, um mehr als das fünffache in seiner Fläche und zählt heute (2016) mit rund 80.000 Einwohnern zu den größeren und bekannteren Städten in Hessen.

Wappen Marburg
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