Studentenstreiche in Marburg - Marburg

Marburg
in
Hessen
Marburger Landgrafenschloss
Pilgrimstein, Marburg
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Studentenstreiche in Marburg

Historisches > Marburger Geschichten
Das Loch in der Wendeltreppe.
Bekanntermaßen sind die Marburger Studenten für ihre oft deftigen Späße weithin bekannt. Vor etwa 180 Jahren geschah es, dass eines Nachts einige Studenten an der Wendeltreppe zum alten Lutherischen Kirchplatz einen Deckenstein aus der Treppe entfernten und diesen dann durch einen großen Sack ersetzten. Danach ärgerten sie solange einen Marburger Nachtwächter bis dieser zu einer wilden Verfolgungsjagd ansetzte und bei dieser Jagd kopfüber in den Sack plumpste. Danach banden die Studenten den Sack zu und transportierten den verschlossenen Sack samt dem darin befindlichen Marburger Nachtwächter zur Marburger Nachtwächterwache am Marktplatz wo er später von seinen Kollegen aus der unbequemen Lage befreit werden musste. Soweit bekannt wurden die Schuldigen aber niemals ermittelt und zur Rechenschaft gezogen.

Der Kastenwagen
Etwa zur selben Zeit wie der vorherige Streich, spielte sich folgende Geschichte ab: Bauarbeiter hatten in der Wettergasse über Nacht einen großen Kastenwagen vor dem Haus Nr. 40 abgestellt. Am anderen Morgen war der Wagen verschwunden. Nach einigen suchen fand sich der Wagen im vierten Stock des Hauses wieder. Einige (sechs) Studenten hatten den Wagen fein säuberlich und fachgerecht auseinander genommen, die Treppe im Haus Nr. 40 hinauf getragen und dort die verschiedenen Einzelteile wieder ordnungsgemäß zusammengebaut. Über eine Bestrafung der Täter ist auch hier nichts Genaues bekannt.

Der Küster von St. Elisabeth.
Der Küster von St. Elisabeth wohnte nicht in der unmittelbaren Nähe der Kirche. Daher passierte es öfters, dass Fremde, die die Kirche betreten wollten, einen im Haus gegenüber lebenden Bürger heraus klingelten. Um nicht mehr gestört zu werden ließ der Nachbar ein Schild an seiner Türe anbringen: "Hier wohnt der Küster von St. Elisabeth nicht!" Aber bereits wenige Tage später las man diesen Satz an allen Häusern von der Elisabethkirche bis zur Wasserscheide in der Marburger Oberstadt. Studenten hatten heimlich den Text nachgedruckt und in der Nacht an allen Haustüren angeklebt.

24 Schnitte
Ein anderes Mal wurde ein Marburger Student wegen Randalierens von einem Schutzmann angehalten. Als das ein Bundesbruder sah, eilte er schnell herzu und flüsterte dem Schutzmann ins Ohr: "Vorsicht, Vorsicht! Der Mann ist schwer verletzt, er hat 24 Schnitte im Bauch!" Was heute viele nicht mehr wissen: "Unter einem Schnitt verstand man damals ein kleines Bier!"



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