Gertrud von le Fort - Marburg

Marburg
in
Hessen
Marburger Landgrafenschloss
Pilgrimstein, Marburg
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Gertrud von le Fort

Historisches > Bekannte Marburger
Philosophin, Dichterin und Schriftstellerin

Geboren am:
11.10.1876 in Minden

Gestorben am:
01.11.1971 in Oberstdorf


Gertrud Auguste Lina Elsbeth Mathilde Petrea Freiin von le Fort wurde am 11.10.1876 als Tochter des preußischen Majors Lothar von le Fort und seiner Frau Elsbeth Karoline geb. von Wedel-Parlow in Minden geboren. Die Kindheit von Gertrud le Fort ist aufgrund der Offizierstätigkeit ihres Vaters durch häufige Ortswechsel gekennzeichnet. Im Jahr 1888 nimmt ihr Vater, der inzwischen Oberst ist, seinen Abschied. In den folgenden Jahren hält sich die Familie häufig auf den mecklenburgischen Familiengütern auf.

1893 erscheinen Gertrud le Fort s erste Gedichte in der Zeitschrift "Jung Deutschland und Jung Elsaß". 1896 lernt sie die Städte Wien, Florenz, Venedig und Genua kennen. 1897 erscheint unter dem Pseudonym G. von Stark ihre erste Erzählung: "Die roten Schuhe". In den folgenden Jahren werden zahlreiche weitere Gedichte und Erzählungen veröffentlicht. In den Jahren von 1908-1913 belegt sie diverse Vorlesungen an der Universität in Heidelberg, insbesondere die Vorlesungen des Theologen und Philosophen Ernst Troeltsch.

Im Wintersemester 1913/1914 besucht sie in Marburg die Vorlesungen des bekannten Marburger Philosophen und Neukantianers Hermann Cohen, die bei ihr einen tiefen Eindruck hinterlassen.

Während des 1. Weltkrieges schreibt sie verschiedene Gedichte, ohne aber den großen Durchbruch zu schaffen. Erst im Jahr 1924 veröffentlicht sie ihre "Hymnen an die Kirche", die ihren Namen schlagartig bekannt machen sollten. 1928 erscheint ihr Werk: "Das Schweißtuch der Veronika". Es folgen: "Der Papst aus dem Ghetto" (1930), "Die letzte am Schafott" (1931), "Hymnen an Deutschland" (1932), "Das Reich des Kindes" (1933), "Die ewige Frau" (1934) und "Die Magdeburgische Hochzeit" (1938). 1939 zieht sie nach Oberstdorf.

Nach dem 2. Weltkrieg entstehen zahlreiche weitere Werke, so z.B.: "Plus Ultra" (1950), "Die begnadete Angst" (1951), "Am Tor des Himmels" (1954), "Die Frau des Pilatus" (1955), "Der Turm der Beständigkeit" (1957), "Das Schweigen" (1967) und viele weitere.

Am 01.11.1971 stirbt Gertrud von le Fort, im hohen Alter von 95 Jahren, in ihrer Wahlheimat Oberstdorf.

Gertrud von le Fort erhielt in ihrem Leben zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen, so u.a.:

  • Münchener Literaturpreis (1947)
  • Gedenkpreis der badischen Landesregierung (1948)
  • Aufnahme in die Bayrische Akademie der Schönen Künste (1948)
  • Ordentl. Mitglied der Deutschen Akademie f. Sprache und Dichtung (1950)
  • Gottfried-Keller-Preis d. Genfer Bodmer-Stiftung (1952)
  • Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland (1953)
  • Ordentliches Mitglied der Akademie der Künste Berlin (1955)
  • Literaturpreis von Nordrhein-Westfalen (1955)
  • Dr. theol. h.c. der Universität München (1956)
  • Ehrenbürgerin von Oberstdorf (1956)

Copyright © 2017 Wolfgang Krebs.
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